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Das gute Stück...

#Karl Petermichl, in der Technischen Direktion zuständig für Strategie und Governance


… ist etwas, das wohl jeder Haushalt, jede Person besitzt, eben ein besonders geliebter Gegenstand – mag es die Winterjacke sein, das besondere Plattencover oder eine Buchausgabe.

Der besondere Wert dieser Stücke ist oft kein materieller, sondern liegt vielmehr in den besonderen Eigenschaften der verwendeten Materialen, der Verarbeitung, dem Design, der Haltbarkeit oder dem besonderen praktischen Nutzen. Solche Eigenschaften sind auch Basis der Herangehensweise der ORF-Technik an die Planung und Gestaltung der Produkte und Sendungen in Hörfunk, Fernsehen und online: Beste Ausgangsqualität, mit großer Hingabe verarbeitet, medienspezifisch aufbereitet und zuverlässig ausgeliefert.

Erheischt beim „Durchzappen“ zwischen TV-und Radiosendern oder Webseiten anfangs noch das grellste und schrillste Angebot unsere Aufmerksamkeit, sind es im Laufe der Erfahrung wohl andere Eigenschaften, die unser Auge, Ohr, Hirn und Herz ansprechen und begeistern können: Konsistente Bildsprache, ausbalancierte Lautstärken, durchgängig hohe Grafik- und Bildqualität, themenadäquates Storytelling. Mit dieser Sensibilisierung lässt sich auch gut der Unterschied zwischen den meisten privaten und den öffentlich-rechtlichen Angeboten in der österreichischen Medienlandschaft herausarbeiten.

Ähnlich wie beim traditionellen Handwerk ist die Grundlage aller Produktionsschritte hochwertiges Werkzeug, perfekt aufeinander abgestimmt und optimal betreut. Im Bereich Videobild liegt der Unterschied in den verwendeten Kameras und Objektiven, Stativen und Schwenk-Neigeköpfen, in Spezialperspektiven und der hochwertigen Zeitlupentechnik. Damit wirken vor allem Sportevents wie Skirennen oder Kulturevents wie Opernübertragungen im ORF spürbar schärfer, brillanter, eindrucksvoller und dynamischer.

Knapp 100% bei zwei Millionen
Wesentlich sind dafür auch sorgfältig ausformulierte Produktionsstandards und normierte technische Parameter, die intern im ORF gelten, aber auch von allen Anmietfirmen und angelieferten Produktionen verlangt werden. Jede einzelne Sendung im TV unterläuft vor der Ausstrahlung den Prozess der technischen Abnahme, bei dem die Einhaltung dieser Standards und Parameter geprüft und beurteilt wird. Auch im Zuge der Erstellung von Sendelisten und bei der Ausspielung selbst sorgen Kontrollen und Protokolle für eine möglichst hundertprozentige Zuverlässigkeit, damit die richtige Sendung in der erwarteten Qualität ausstrahlen wird. Bei rund zwei Millionen Sendeminuten pro Jahr gibt es nur ganz wenige Missgeschicke, somit liegt der ORF sehr nahe an den erwarteten 100% – und sollte doch einmal etwas passieren, sorgt eine gründliche Aufarbeitung der „root cause“ und ein Verbesserungsprozess dafür, dass ein erkannter Fehler künftig nicht mehr passieren kann.

Weitere Unterschiede lassen sich bei der Bearbeitung von Video- und Audiosignalen und Aufnahmen festmachen. Unternehmensweit einheitliche Vorgaben und Standards bei Grafiken und Schriften, Lichtstimmungen und Dekorationsteilen, bei Bildschnitten und Effekten, sowie bei Tonmischungen und Montagen sorgen für Konsistenz, Erkennbarkeit und Klarheit. Um das zu erreichen sind umfangreiche Bemühungen bei der Software, den Produktionssystemen, der Vorlagenerstellung und im Konfigurationsmanagement erforderlich, sowie natürlich dann die entsprechende Konsequenz in der täglichen Arbeit. Nur durch gute Ausbildung und laufende Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Produktion, der Anlagenplanung und im Supportbereich kann solch ein Qualitätsstandard aufgebaut und auch gehalten werden.

Der „innere Wert“ der Produkte
Neben der optischen und akustischen Qualität erzeugen zunehmend auch gut gepflegte Wissensdatenbanken und zusätzliche beschreibende Metadaten einen wahrnehmbaren Mehrwert der Produkte des ORF. So können über eine selbst entwickelte Sportdatenbank Reporterinnen und Reporter in jeder Situation eines Bewerbs wertvolle Zusatzinformationen abrufen, viel genauer und umfangreicher als man solche Informationen über das Internet „googlen“ könnte. Metadaten sind auch wichtige Grundlage für Suchvorgänge, zur Bildung von Themenschwerpunkten, oder auch für künftige personalisierte Services. Der Unterschied in der technischen Qualität der ORF Angebote ist damit eindeutig sichtbar und hörbar, sowie auch erfahrbar über die „inneren Werte“ der Produkte. Neben der sorgfältigen Planung, Beschaffung und Pflege von Betriebsmitteln und Informationstechnologie, sowie der konsequenten Vorgabe und Kontrolle von Parametern und Abläufen, sind vor allem aber Menschen dafür verantwortlich: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ORF-Technik, deren Professionalität, deren Engagement und deren Liebe zu den Medien Fernsehen, Radio und Online. Dadurch dann werden die Programme, Webseiten und Apps des ORF im gesamten Medienangebot wohl zu jenen „guten Stücken“, zu den Angeboten mit besonderer Anmutung und Wertigkeit.



Public Value Bericht 2017/18