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© ORF7Thomas Jantzen

DialogForum »Delete Memory!«

Macht das digitale Gedächtnis Erinnerung überflüssig?


Vergangenheit lebt nur, wenn wir uns erinnern. Wie aber funktioniert das Zusammenspiel von Wahrnehmen, Vergessen und Erinnern in einer Zeit, in der alles digital abgespeichert wird? Ist Digitalisierung für das „kulturelle Gedächtnis“ europäischer Identität eine neue faszinierende Chance oder doch eine Gefahr? Wie reagieren Kunst- und Kulturschaffende, die Medien, insbesondere der öffentlich-rechtliche Rundfunk? Diese und andere Fragen standen am Donnerstag, dem 14. Juni 2018, im Mittelpunkt des ORF-DialogForums „Delete Memory: Macht das digitale Gedächtnis Erinnerung überflüssig?“, das in Kooperation mit dem stARTcamp Wien anlässlich des Europäischen Jahres des Kulturerbes veranstaltet wurde.

Unter der Leitung von Klaus Unterberger, ORF Public Value, diskutierten Anne Aschenbrenner, Leiterin Digitales „Die Furche“, Stefan Benedik, Webkurator am Haus der Geschichte Österreich, Christoph Thun-Hohenstein, Generaldirektor Österreichisches Museum für angewandte Kunst (MAK), und Martin Traxl, Hauptabteilungsleiter ORF-TV-Kultur.

Anne Aschenbrenner, Leiterin Digitales „Die Furche“: „Es geht längst nicht mehr lediglich um Bestandserhaltung. Die Fragen, die wir uns stellen müssen, lauten: Was machen wir mit dem digitalisierten Kulturerbe? Wie können wir es für die Besucher/innen – jene im Museum und jene im Netz – nutzbar machen? Es braucht ein kreatives digitales Hub in jedem Museum.“

Stefan Benedik, Webkurator am Haus der Geschichte Österreich: „Inzwischen wissen wir, dass gerade im Web das Vergessen durch das Verschwinden riesiger Massen an Information mindestens so dramatische Folgen hat wie analoges Vergessen. Andererseits erleichtern digitale Medien die Diskussion mit vielen Beteiligten und erlauben Kultureinrichtungen daher, eine breitere Masse einzubinden.“

Christoph Thun-Hohenstein, Generaldirektor Österreichisches Museum für angewandte Kunst (MAK): „Museen müssen auch im Digitalen Zeitalter kulturelles Gedächtnis unserer Zivilisation bleiben und sich daher intensiv mit dem rasant wachsenden digitalen Kulturerbe auseinandersetzen. Sie müssen zugleich Labors für die Gestaltung der Zukunft sein und die Wahrnehmung dieser Aufgabe als Inspiration für spätere Generationen dokumentieren.“

Martin Traxl, Hauptabteilungsleiter ORF-TV-Kultur: „Erinnerung muss durch das digitale Gedächtnis nicht gefährdet sein, sie kann dadurch sogar befeuert werden, sofern es weiterhin öffentliche Institutionen wie den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Museen, Archive und Bibliotheken gibt, die für eine Einordnung und Kuratierung der Quellen sorgen.“


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Public Value Bericht 2017/18