DE | EN
DE | EN
© ORF/Roman Zach-Kiesling

Das erste grüne Ereignis

Public Value Bericht 2015/16: Pius Strobl – Büro Medienstandort


Erstmals in seiner 60-jährigen Geschichte wurde der ESC 2015 als Green Event durchgeführt. Sowohl die Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens für Green Events als auch der ÖkoEvent-Initiative der Stadt Wien wurden durchgängig eingehalten.

Von Anfang an bekannte sich der Veranstalter ORF sowohl intern als auch extern zum Green Event. Extern wurde dies im Rahmen von Interviews und Pressekonferenzen kommuniziert, intern erfolgte eine Einbettung ins ESC-Leitbild und eine klare Vorgabe an alle Projektverantwortlichen. Für die Zertifizierung mussten Kriterien aus den Bereichen Mobilität und Klimaschutz, Unterkunft, Veranstaltungsstätte, Beschaffung, Material- und Abfallmanagement, soziale Aspekte und Veranstaltungstechnik eingehalten werden. In Folge konnten etwa durch 100 Prozent Strom aus dem öffentlichen Netz über 440.000 Liter Diesel eingespart werden. Die Stromversorgung basierte ausschließlich auf erneuerbaren Energieträgern – und war noch dazu energieeffizient; der Stromverbrauch des ESC lag mit ca. 862 MWh deutlich unter den Erwartungen. Dies lag u. a. am Beleuchtungskonzept mit LEDs und an Maßnahmen beim Kühlsystem und den TV-Übertragungswägen. Im Hinblick auf Mobilität hat das ESC-Team bewirkt, dass über 85 Prozent der Besucher/innen mitöffentlichen Verkehrsmitteln zum ESC kamen – Tickets galten als Fahrscheine, die Mobilitätspartner ÖBB und Wiener Linien sorgten für umweltfreundliche Anreise. Emissionsarme Busse und Green Taxis transportierten Delegierte, Volunteers und Crew.

Insgesamt hat das ESC-Team so knapp 2.000 Tonnen CO2 eingespart, pro Besucher/in fielen nur 74 g Restmüll an. Außerdem wurde das Umfeld beachtet: Um den ESC 2015 allen Menschen zugänglich zu machen, wurde Inklusion und Barrierefreiheit bei allen Veranstaltungsorten realisiert. Für gehörlose Menschen wurden die TV-Übertragungen auch mit internationalen Gebärden angeboten.

Diese Öffnung Richtung Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit wurde auch vom Publikum geschätzt: Nach einer vom ORF beauftragten Begleitumfrage fanden 83 Prozent die Ausrichtung als Green Event gut bis sehr gut. Und die internationale Expertise folgt dem Publikum und verlieh dem ESC des ORF zahlreiche Preise, darunter der »Green Events Austria Sonderpreis 2015« in Wien oder der Green Music Award in Barcelona. Besonders aber freut mich, dass die Idee sich nun nach Nordeuropa aufmacht: Die nächsten ESC-Veranstalter wollen dem österreichischen Nachhaltigkeitsbeispiel folgen.

Der Autor
Pius Strobl war Eventmanager des ESC Wien und leitet nun das Büro des Medienstandorts im ORF.





Public Value Bericht 2017/18