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Don’t keep doing what you’re doing

Vanessa Peiker, Personal & Schulung


Bots - ein neuer Trend? Ja. Eine neue Technologie? Nein. Bots gibt es bereits seit längerem, aufgrund neuester Entwicklungen im Social Media-, Artificial Intelligence- und Machine-Learning-Bereich haben sie jedoch eine neue Dimensionen erreicht. Die Einsatzgebiete sind vielfältiger geworden. Wer heute über eine Messenger-Plattform Informationen oder Hilfe sucht oder mit einer Hotline spricht, kommuniziert vielleicht gar nicht mit einer Person, sondern mit einem Computerprogramm, einem so genannten „Bot“. Bots versenden automatisierte Antworten, können mit Lernfähigkeit ausgestattet sein und sich damit besser an die Fragen und Bedürfnisse der User/innen anpassen. Durch Bilderkennungs-, Spracherkennungs- und Stimmungserkennungsfunktionen kann die Kommunikation noch interaktiver gestaltet werden.
Doch was bedeutet dieser neue Bot-Trend für die Medienbrache und das Publikum des ORF? Wie kann man schnell testen, ob dies interessant oder doch nur ein Hype ist? Warum ist es für den ORF überhaupt wichtig, innovativ zu sein?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich unter anderem der Bereich des Innovationsmanagements. Kreativität gilt dabei als Basis von Innovation, jedoch inkludiert Innovation auch die Strukturierung kreativer Ideen und ihre Implementierung. Die Medienbranche verändert sich rasant und neue Technologien verändern das Userverhalten. Hier heißt es: Reagieren. Und das bedeutet, Kreativitätsprozesse zu fördern, um mit innovativen Produkten dem veränderten Verhalten zu begegnen. Denn „How to kill creativity: Keep doing what you’re doing.”(Teresa M. Amabile)
Ein Hackathon (Wortspiel aus Hacking und Marathon) ist eine von vielen Innovationsmethoden, mit denen man schnell und effizient Konzepte für eine neue Technologie testen und Prototypen entwickeln kann: In nur acht Stunden, von der Ideengenerierung in die Konzeptionsphase bis hin zur Prototypisierung. Ziel des ORF-Bot-Hackathons war es, in diesem Rahmen im Bereich der Bots zu experimentieren. 30 Programmierer/innen, Kommunikations- und User-Experience-Experten/innen namens „Lemmings.io“ formten mit 20 ORF-Mitarbeiter/innen interdisziplinäre Teams, um Bot- Konzepte zu entwickeln. Bei der Gruppe der „Lemmings.io“ kann man von „Early Adopters“ sprechen, also jener Zielgruppe, die sich als erstes mit einem neuen Produkt bzw. einer neuen Technologie beschäftigt. Gleichzeitig sind die eingeladenen Gäste, die an diesem Tag gemeinsam mit den Mitarbeiter/innen neue Ideen für die Zukunft der Medienbranche entwickelten, auch selbst Nutzer/innen des ORF-Medienangebots. Mit jungem Publikum experimentieren, interagieren, diskutieren und entwickeln war an diesem Tag möglich.
Aus den kreativen Ideen entstanden am Ende des Tages acht Prototypen. Darunter ein „Science Bot“, über den Wissenschaftler/innen neue wissenschaftliche Erkenntnisse an den ORF schicken und Nutzer/innen wissenschaftliche Neuigkeiten abrufen können. Mit einem weiteren Prototyp konnte man „FM4 entdecken“ und mit Moderatoren/innen interagieren.
Ein Beispiel eines ORF-intern entwickelten Bots, der dem Publikum während der Bundespräsidenten-Wahl 2016 zur Verfügung gestellt wurde, war der ORF.at-WahlBot. Er versendete über Facebook-Messenger aktuelle Nachrichten, Ergebnisse und Hochrechnungen angepasst an die Fragen der User/innen.
Welche Technologien uns die Zukunft bringt, wissen wir derzeit noch nicht. Sicher ist jedoch, dass der ORF weiterhin innovativ an neue Technologien herangehen und neue Produkte angepasst an die Bedürfnisse des Publikums entwickeln wird und muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Autorin:
Vanessa Peiker ist Referentin der ORF-internen Weiterbildung.




Public Value Bericht 2017/18