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© ORF/Julia Terjung

Ihr Urteil, bitte!

Irene Heschl, Ressortleitern Spielfilm/Serie/TV-Movie (Kauf)


Was ist Qualität? An einer Definition scheiden sich die Geister. Für die Film- und Serienredaktion bedeutet Qualität vor allem, das bestmögliche fiktionale Programm für das österreichische Fernsehpublikum zu machen! Sei es im Lizenz-Kauf oder in der Produktion. Es soll Programm für alle Österreicher und Österreicherinnen gezeigt wird und damit ein breites Spektrum. Von der US-amerikanischen Blockbuster-Premiere (im Jahr 2016 waren das z.B. Gravity, 12 Years a Slave, Argo) und US-Serie (von Fargo bis The Big Bang Theory), bis hin zu europäischen Produktionen (2016 allen voran Fack ju Göhte und Monsieur Claude und seine Töchter) und deutschsprachigen Serien (Die Rosenheim-Cops, Der Bergdoktor, Lena Lorenz, uvm.), Fernsehfilmen und Mehrteilern.
Um dem Qualitätsanspruch Rechnung zu tragen, wird in der Redaktion der Fokus vor allem auch auf Events und besondere Leuchtturmprojekte gelegt.

Mit Terror – Ihr Urteil ging am 17.10.2016 ein ganz besonderes, interaktives Event über die Bühne: die Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks von Ferdinand von Schirach wurde gleichzeitig mit den Eurovisions-Partnern ARD und SRF gezeigt und kombinierte auf einzigartige Weise eine fiktionale Produktion mit Publikums-Voting und Live-Diskussion. Das Publikum in allen drei Ländern war angehalten, über das Ende von Terror – Ihr Urteil selbst abzustimmen und darüber zu urteilen, ob ein Luftwaffenpilot, der, um einen Terroranschlag zu verhindern, ein Passagierflugzeug abgeschossen hat, wegen Mordes zu verurteilen sei. In der Expertenrunde, die direkt im Anschluss an das Voting stattfand, wurden nicht nur die unterschiedlichen Abstimmungsergebnisse in den drei Ländern präsentiert, sondern auch die juristischen Implikationen auf hohem Niveau diskutiert. Im Schnitt konnte Terror – Ihr Urteil 884.000 Österreicher und Österreicherinnen begeistern.

Besondere Aufmerksamkeit – und sogar eine Nominierung für die Goldene Kamera 2017 in der Kategorie „Bester deutscher Mehrteiler/Miniserie“ – wurde dem multimedialen Mehrteiler Pregau – Kein Weg zurück zuteil. An vier Abenden in ORFeins fesselte der spannende Krimi rund um den Polizisten Hannes Bucher (Maximilan Brückner), der sich immer tiefer in ein Netz aus Lügen, Intrigen und Mord verstrickt, um einen einzigen Fehler zu vertuschen, im Schnitt 699.000 Zuseher und Zuseherinnen vor den Bildschirmen. Neben Brückner glänzte in den Hauptrollen ein Who-is-Who der österreichischen Publikumslieblinge; Robert Palfrader, Ursula Strauss, Thomas Stipsits, Wolfgang Böck, Patricia Aulitzky, um nur einige zu nennen. Einzigartig an Pregau – Kein Weg zurück war auch das sendungsbegleitende Second-Screen-Angebot, für welches Univ.-Prof. Dr. Reinhard Haller als Profiler gewonnen werden konnte und das als Lügendetektor fungierte.

Außerdem war 2016 Ein Geheimnis im Dorf – Schwester und Bruder, der zweite Teil der überaus erfolgreichen österreichischen Heimatfilmtrilogie mit Franziska Weisz, Max von Thun, August Schmölzer u.a. zu sehen, der bei der Erstausstrahlung am 30.3.2016 im Schnitt 803.000 Zuseher und Zuseherinnen und einen Marktanteil von 30% in der Zielgruppe 12+ erreichte. Der dritte Teil – Treibjagd im Dorf – wird 2017 im ORF gezeigt.
So wie in der Produktion wird auch im Einkauf großes Augenmerk auf außergewöhnliche Produktionen gelegt. Zum einen ist es der Redaktion ein Anliegen, preisgekrönte Filme und Serien ins Programm zu nehmen; zum anderen spielt auch das richtige Timing eine große Rolle. So wurde 2016 – um nur einige wenige Beispiele zu nennen – anlässlich der US-Präsidentschaftswahl die Premiere des Spielfilms Der Butler gezeigt (im Schnitt 478.000 Zuseher und Zuseherinnen) oder das 50-jährige Star Trek-Jubiläum gebührend gefeiert. An dieser Stelle sind auch zwei Serien im besonderen Maß hervorzuheben. Mit einem großen Finale verabschiedete sich nach über zehn Jahren und 337 Folgen die Serie CSI: Vegas von den heimischen Bildschirmen. Und im selben Atemzug feierte die Serie Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI ihr Comeback.

Abschließend kann festgehalten werden, dass sich Qualität auf unterschiedlichen Ebenen entfalten kann und in der Film- und Serienredaktion oberste Priorität hat, um das Publikum bestmöglich zu unterhalten.




Public Value Bericht 2017/18