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Peter Baminger Service - Im Zeichen des Inflationssturms

Von links nach rechts:
Portraits von
"konkret"-Moderator:innen
Philipp Maschl, Marvin Wolf,
O
nka Takats





Die Teuerungswelle hat sterreich seit zwei Jahren mit voller Wucht erfasst. Die Preissteigerungen gehen seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine durch die Decke. Die offizielle Inflationsrate lag 2022 bei 8,6 Prozent. Besonders teuer waren Energie, Wohnkosten und Lebensmittel. In Hinblick darauf ist es keine berraschung, dass das ORF-Konsument:innen-Magazin "konkret" 2022 in seinen 195 Ausgaben gleich 82-mal ber das Thema Inflation als das beherrschende Jahresthema berichtet hat. Wobei auch bei diesen Berichten im besonderen Anforderungsspektrum der Journalistinnen und Journalisten das Thema "Service" stand.

Es reicht nicht, nur ber den Umstand, also "was ist", zu berichten - der Ehrgeiz des Sendungsteams hat immer die ffentlich-rechtliche Mehrleistung im Fokus, also darauf zu achten, Informationen zu liefern, die Auswege und Lsungen zu Problemen bieten. Ein Beispiel fr diese serviceorientierte, konstruktive Berichterstattung ist die Beitragsrubrik "der Vergleich". Schon im Jnner hat die Sendung hier ausgerechnet, wann es beim Thema Wohnen besser bzw. gnstiger war, zu mieten als zu kaufen. Das konkrete Ergebnis: auf 35 Jahre gerechnet ist es in den teuren Stdten Innsbruck, Salzburg und Wien gnstiger zu mieten. In Graz hingegen rechnet sich ein Eigentumserwerb schneller.


Auch die Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut OGM war dem Thema des Jahres mehrfach gewidmet. Dabei geht es darum, die Seher:innen der Sendung zu motivieren, bei einer aktuellen Umfrage mitzumachen. So kommt es zu Ergebnissen, wie der Durchschnitt des Publikums die Probleme der Teuerung einschtzt und bewltig. Dass diese Ergebnisse nicht notwendigerweise reprsentativ fr die Bevlkerung stehen, strt nicht - das "konkret"-Publikum ist lter als der Durchschnitt und eher am Land als in der Stadt zuhause. Dabei zeigt sich, dass eintretende Widersprche zu offiziellen Haltungen oder Einschtzungen die Wirklichkeit mitunter besser widerspiegeln, wenn etwa der Gouverneur der sterreichischen Nationalbank mit einem baldigen Sinken der Inflation rechnet, das Publikum aber das Gegenteil erwartet.

Das Besondere an der Sendung "konkret" betrifft auch das Selbstverstndnis als "TV-Magazin". Das bedeutet, dass die Redaktion nicht nur an den aktuellen Entwicklungen interessiert ist, sondern auch an den Themen der Zukunft wie an denen der Vergangenheit. Bei solchen "Zeitsprngen" kann man viel lernen. So hat die Beitragsserie "konkret in die Zukunft" die Energiefragen zu einem Zeitpunkt in den Mittelpunkt gestellt, als man noch nicht wissen konnte, dass der Ukraine-Krieg die Abhngigkeit sterreichs von russischem Gas - und damit seiner Konsumentinnen und Konsumenten - nachhaltig in Frage stellt. Lsungen wie Biogas, Windkraft und Solarenergie sind nicht nur klimaneutral, sondern auch unabhngig von den groen, meist fossilen Energiekonzernen. Und auch der Blick in die Vergangenheit ist, mit Hilfe des groen ORF-Archivs, ein ffentlich-rechtlicher Zeitsprung wie aus dem Lehrbuch. Von dort hat die "konkret"-Redaktion seinem Publikum Lsungen prsentiert, die dann im Lauf des Jahres als neue "Steine der Weisen" seitens der Politik geliefert worden sind: Strompreisbremse, Gaspreisdeckel und die Heizung um zwei Grad niedriger zu stellen, waren konkrete Tipps aus der lkrise der 70er Jahre, die jetzt wieder modern sind. Als besondere Zusatzleistung zum Tagesgeschft hat die Redaktion dann noch im November mit einer Spezial-Ausgabe fr besondere Aufmerksamkeit gesorgt.

Mit "konkret - sparen, wo es geht" - so der Titel dieser Hauptabendsendung - sollten Lsungen und Tipps geliefert werden, die der Alltag der Berichterstattung sonst bergeht. Wenn der tgliche Einkauf um 22 Prozent teurer ist als noch vor einem Jahr, ist es nicht genug, das zu beklagen, anzuprangern oder gar zu verteufeln, sondern zu versuchen, Handlungsanleitungen zu geben, wie man diesen Preisdruck umgehen kann. So warnte in dieser Spezial- Ausgabe eine Verhaltenskonomin davor, auf Rabatt-Marken und Sonderangebote zu hoffen und diese unreflektiert aufzunehmen. Denn letztlich sind Supermrkte keine Sozialmrkte. Sie nehmen es zu gleichen Teilen von den Konsument:innen und den - zumeist - kleineren Zulieferern. Auch Alternativen zu den Kosten des tglichen Verkehrs - der Individualverkehr hat sich rund um die Hlfte verteuert - hat diese Sendung geliefert. Ob Car-Sharing, Mitfahr-Apps oder das bewhrte Bilden von Fahrgemeinschaften - das alles sind praktikable Lsungen, um die Kosten der Mobilitt zu senken und das Klima zu schonen, ohne allzu groen Verzicht auf die persnliche Bewegungsfreiheit eingehen zu mssen. Wie man dem Ziel des Energiesparens im eigenen Haushalt nherkommt, hat der Einsatz von Wrmebild-Kameras gezeigt. Ein kurzer Aufruf beim Publikum hat gereicht und die Redaktion htte ber die berprfungswilligen Mieter:innen beziehungsweise Besitzer:innen eine eigene Sendungsreihe machen knnen. Dieser Beitrag hat gezeigt, dass das grte Sparpotenzial im trockenen Thema "Dmmung" liegt: Wren alle Huser besser gedmmt, knnte das einen Gutteil der ntigen Wrmeenergie einsparen. 2022 hat "konkret"-Moderatorin Mnire Inam eine Karenz- Auszeit angetreten. Ihr Ersatz Philipp Maschl vertritt sie ebenbrtig und bildet mit Onka Takats und Marvin Wolf das Erfolgstrio von "konkret" - gerade und besonders in Zeiten der Preistreiberei und Ausbeutung der Konsument:innen.

Zahlen, Daten und Fakten zur Leistungskategorie Service, finden Sie im Datenteil des Public Value Berichts 2022/2023.