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Digitalisierung als Chance

Simon Skina, ORF Generaldirektion


Mit dem ORF-PLAYER startet der ORF 2019 die größte strategische Weiterentwicklung seines Online-Bereichs seit dem Launch von ORF.at im Jahr 1997. Damit wird die ORF-Digitalstrategie an die tiefgreifenden Veränderungen im Mediennutzungs-verhalten und in der Medienproduktion angepasst.

Entfielen im Jahr 2016 in der Gesamtbevölkerung (14+) noch lediglich 8 Prozent der Bewegtbildnutzung in Österreich auf Online Video (Streaming), konnte mit 12 Prozent im Jahr 2018 bereits eine rasante Steigerung um plus 50 Prozent in nur zwei Jahren verzeichnet werden (AGTT Bewegtbildstudie 2018). In der jungen Zielgruppe der 14 – 29-Jährigen ist dieser paradigmatische Nutzungs-Trend noch stärker wahrnehmbar: Bereits 30 Prozent der Bewegtbildnutzung junger Österreicher/innen entfällt auf den Bereich Online Video; ein Plus von 58 Prozent im Vergleich zu 2016 (19 Prozent). Produktionstechnisch steht der ORF, nach Einführung der Tapeless-Produktion in Hörfunk und Fernsehen in den letzten Jahren, jetzt vor der Umstellung zu All-IP und cloud-basierten, dezentralen Workflows. Die mobilen Telekom-Netze der nächsten Generation werden diesen Prozess weiter beschleunigen.

Gleichzeitig verschiebt sich die Streaming-Nutzung mit immer höheren Bandbreiten, ausgereifteren technischen Systemen und benutzerfreundlicheren Interfaces zunehmend von Handhelds, Standcomputern und Laptops auf großformatige Smart-TV-Geräte im digital vernetzten Wohnzimmer, wie internationale Beispiele belegen: In Großbritannien findet die Bewegtbild-Nutzung über den BBC iPlayer bereits zu über 50 Prozent auf dem TV-Gerät statt, Tendenz steigend.

Auch für YouTube, dem weltweit größten Videoportal, hat sich das TV-Gerät mittlerweile zur schnellst wachsenden Verbreitungsplattform entwickelt: Zwar finden über 70 Prozent der Nutzung auf mobilen Devices statt, der Anteil der YouTube-Nutzung auf TV-Geräten in Europa jedoch wächst jährlich um rund 45 Prozent. Der Smart-TV entwickelt sich zur zentralen Medienplattform der Zukunft, wobei mobile Devices weiterhin ein wichtiger Verbreitungsweg für Bewegtbild-Content bleiben. Für den ORF ergibt sich daraus einerseits die strategische Herausforderung, seine Onlineangebote umfassend auf das TV-Gerät zu transferieren, ohne dabei die erfolgreichen bestehenden Plattformen zu vernachlässigen. Um einen drohenden Generationen-Abriss infolge der beim jungen Publikum rasant steigenden Streaming-Nutzung zu verhindern, muss der ORF andererseits danach trachten, diesem zwar vergleichsweise schmalen (rd. 1,8 Mio. Menschen in Österreich sind zw. 12 und 29 Jahre alt), aber für die Zukunft besonders relevanten Publikumssegment weiterhin attraktive, zielgruppengerechte Programmangebote zu unterbreiten. Diese werden entsprechend der modernen Nutzungsgewohnheiten auch über die bevorzugten Kanäle und Plattformen verfügbar gemacht. Ein entsprechendes Engagement im Streaming-Bereich ist daher voraussehende Erfüllung des gesetzlichen Auftrags des ORF, Programm für alle Bevölkerungsschichten zu gestalten.

Das Gesamtprogrammangebot des ORF hat sowohl für die Pflege tradierter Qualität als auch für darauf aufbauende und diese weiterentwickelnde Formen und Inhalte zu stehen. ORF-PROGRAMMRICHTLINIEN
Zentrales digitales Zukunftsprojekt und strategischer Kristallisationspunkt der ORF-Digitalstrategie bildet der 2018 konzipierte ORF-PLAYER, der eine offensive Antwort des Unternehmens auf die beschriebenen Herausforderungen einer sich radikal wandelnden Medienwelt darstellt.

Ab 2019 wird der ORF-PLAYER in einem iterativen Prozess die beiden erfolgreichen Produkte ORF.at und TVthek zusammenführen, sodass sie ab 2020 ein gemeinsames multimediales Interface bilden. Sämtliche Medieninhalte des ORF werden einerseits live und rund um die Uhr, andererseits vollumfänglich und länger als bisher on demand zur Verfügung stehen. Dazu kommt jeweils ein OTT-News- bzw. Sport-Screen – gebündelt in einem starken, gemeinsamen Digitalangebot. Ergänzt wird es durch ausgewählte Online-Archive für spezifische Nutzerkreise. Darüber hinaus ist der ORF-PLAYER als ein Medium sui generis konzipiert, das das reichhaltige Gesamtangebot des ORF um exklusiv produzierten audiovisuellen Content bereichert, der vor einer allfälligen Ausstrahlung in den linearen Programmen (online first) oder ausschließlich (online only) im Rahmen des ORF-PLAYERS abrufbar sein wird. Einem starken Publikumsbedürfnis Rechnung tragend wird der ORF-PLAYER den Bewegtbildanteil im Online-Angebot des ORF massiv erhöhen und damit das Nutzungsverhältnis zwischen den derzeit deutlich stärker nachgefragten Text-Angeboten und den Video-Angeboten schrittweise angleichen. Der ORF-PLAYER wird dabei erstmals echte Trimedialität in der Nutzung herstellen und neue Synergien zwischen den Medienangeboten des ORF ausbilden.

Neben dem Content steht deshalb vor allem die Usability im Vordergrund: Besonderer Wert wird auf intuitive, einfache und nutzerfreundliche Bedienbarkeit sowie auf nahtlose plattformübergreifende Nutzung gelegt. Die Implementierung einer Log-In-Lösung wird dem ORF-Publikum ein vollkommen neues Nutzungserlebnis bieten, das nicht nur effektiven Schutz von Kindern und Jugendlichen vor nicht-altersgerechten Inhalten garantiert, sondern auch die Möglichkeit zur Personalisierung von Medieninhalten und eine smarte EPG-Funktion entlang persönlicher Interessensschwerpunkte schafft.

Technische Grundlage des Projekts bildet eine umfassende Erneuerung und Vereinheitlichung der IT-Infrastruktur (CMS, Server, Videoplayer, Apps, etc.), insbesondere im Bereich der ORF-Bewegtbildangebote. Der ORF-PLAYER wird dabei auf den bestehenden ORF-Online-Formaten aufsetzen, aber deren technische und organisatorische Basis im Hintergrund erneuern. Verlässlichkeit ist dabei ein entscheidender Faktor: Dazu ist eine State-of-the-art Ausspieltechnik nötig, die Video- und Radio-Encoding von höchster Qualität und geringster Latenz sicherstellt.

Der ORF-PLAYER ist mehr als eine Website – er ist die Konvergenz von Fernsehen, Radio und Online. Er ist modular aufgebaut, sodass er als geschlossenes Gesamtangebot konsumierbar ist, die einzelnen Module aber auch als Stand-Alone (ORF Apps NEU) funktionieren. Er nutzt die erfolgreichen ORF-Online-Angebote TVthek und „Blaue Seite“ als Basis für ein Multimedia-Erlebnis, das die Marktführerschaft des ORF auch in Zukunft sichert.


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Digitalisierung als Chance
Simon Skina, ORF Generaldirektion
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© Grafik: ORF, Bild: Benjamin Wedemeyer, Sarah Steinhäusler
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Der ORF Player - Der Weg zur Multimedialen Contentplattform, 5 Fragen zum Zukunftsprojekt abspielen
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Der ORF Player - Der Weg zur Multimedialen Contentplattform
5 Fragen zum Zukunftsprojekt