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Verantwortung: Wer macht Nachrichten verständlich?

29 % der österreichischen Erwachsenen können einfache Texte kaum lesen und verstehen. Das zeigt das „Programme for the International Assessment of Adult Competencies“ der OECD (hier den Link einbauen: ).

Anna Mark, ORF-Verantwortliche für ein internationales Projekt zu Nachrichten in Einfacher Sprache, stellt dem gegenüber: „Leicht verständliche Nachrichten sind ein Kernelement des Public Value: Sie sind von großem öffentlichem Wert, weil sie die Demokratie in unserem Land stärken. Der ORF muss als öffentlich-rechtliches Medium Nachrichten anbieten, die möglichst alle Mitbürger:innen verstehen können – auch die mehr als zwei Millionen Menschen mit Verständnisschwierigkeiten in Österreich. Nachrichten in Einfacher Sprache sind nicht nur für Menschen mit Lernschwierigkeiten, geringen Deutschkenntnissen oder beginnender Demenz hilfreich, sie sind auch sehr hilfreich, um Kinder oder Jugendliche an Nachrichten heranzuführen. In Wahrheit profitieren alle von Formaten, die komplexe Inhalte mittels Alltagssprache und durch Erklärungen zu Fachbegriffen und Fremdwörtern sowie Beispielen zu Maßeinheiten und großen Zahlen unmittelbar nachvollziehbar machen.“

Das gesamte Interview mit Anna Mark finden Sie hier:

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Auch die Public-Value-Studie „Für alle?“ kommt zur Schlussfolgerung, dass Nachrichten in Einfacher Sprache für öffentlich-rechtliche Medien relevanter Teil des Angebots sein sollten, um Personen mit Lese- und Verständnisschwierigkeiten zu adressieren, wie es im Beitrag „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk – ein Medium für alle?! Herausforderungen und Chancen in der Repräsentation und Einbindung von armutsbetroffenen und ausgrenzungsgefährdeten Personen“ von Dr. Josef Seethaler und Andreas Schulz-Tomancok (Österreichische Akademie der Wissenschaften) sowie Univ.-Prof.in Dr.in Larissa Krainer (Universität Klagenfurt) heißt.

„Die Ausweitung von Angeboten in einfacher Sprache kann, so die Studienteilnehmenden, als essentiell gelten […] Diese Inhalte ermöglichen verschiedensten Zielgruppen mit geringen Sprachniveaus wie Migrant:innen, älteren Personen, Kindern oder Menschen mit Erkrankungen und kognitiven Einschränkungen, für sie relevante Informationen zu erfassen. Dieses Angebot wird auch von unseren Befragten hervorgehoben, da es helfe, Exklusionsfaktoren bei der Informationssuche zu reduzieren.“

Das ORF-DialogForum griff das Thema im März 2025 auf – und sendete erstmals im öffentlich-rechtlichen Fernsehen eine Diskussionssendung in Einfacher Sprache.

Das Nachrichtenangebot in Einfacher Sprache ist ein Beispiel dafür, wie der Österreichische Rundfunk seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag hinsichtlich der Public-Value-Leistungskategorie „Verantwortung“ erfüllt.


Verantwortung als Public Value-Kategorie

Die Kategorie "Verantwortung" belegt die ORF-Leistung u.a. zu Barrierefreiheit, Service für sinnesbehinderte Menschen und im Bereich Humanitarian Broadcasting. Die Kategorie gründet u.a. auf folgenden Passagen aus ORF-Regulativen:

ORF-Gesetz

§ 4. (1) Der Österreichische Rundfunk hat für die angemessene Berücksichtigung der Anliegen behinderter Menschen und die angemessene Berücksichtigung und Förderung sozialer und humanitärer Aktivitäten, einschließlich der Bewusstseinsbildung zur Integration behinderter Menschen in der Gesellschaft und am Arbeitsmarkt zu sorgen.


ORF-Qualitätsprofil

Nicht diskriminierende Betrachtung aller gesellschaftlichen Kräfte bzw. von Einzelpersonen ist oberstes Gebot, dem in kritischer Reflexion innerhalb von Redaktionen Rechnung getragen wird. Nicht-Diskriminierung drückt sich sowohl in der Auswahl von Akteur/innen als auch im Zugang zu Themen, im Text wie in der Bildsprache aus. Service- und Infosendungen bekennen sich ausdrücklich insbesondere in höchstpersönlichen Bereichen des Lebens, etwa in Bezug auf Gesundheitsfragen, zu sensibler Gestaltung. Interviewpartner/innen werden nicht nur sorgsam ausgewählt, sondern erforderlichenfalls auch vor der Aufnahme auf mögliche Konsequenzen eines medialen Auftrittes hingewiesen und nach dem Dreh betreut.


ORF-Leitbild

Der ORF ist sich seiner gesellschaftlichen und insbesondere sozialen Verantwortung bewusst und leistet einen wertvollen Beitrag zur öffentlichen Meinungsvielfalt und Kommunikationsqualität und damit zu Toleranz, Solidarität und Integration in der Gesellschaft.


Zahlen & Daten

Im Folgenden finden Sie beispielhafte Zahlen, die die Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags bzw. die damit verbundene Medienqualität dokumentieren. Weitere Informationen können Sie dem Jahresbericht des ORF an Bundeskanzler und Regulierungsbehörde, dem Transparenzbericht, dem Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht sowie den Berichten zur Gleichstellung, dem Aktionsplan zu Barrierefreiheit oder dem Jahres- und Konzernabschluss des ORF entnehmen.


Beispielhafte Zahlen


Hilfe beim ORF

Nachbar in Not
328,6 Mio. Euro wurden bisher von Menschen in Österreich an sämtliche „Nachbar in Not“ Initativen gespendet.
119,6 Mio. Euro wurden bei den 2025 durchgeführten Hilfs-Aktionen für die Ukraine gespendet.

Sozialspots
1.004 TV-Spot-Sendeplätze wurden 2025 gratis zur Verfügung gestellt.
2025 - Der ORF stellte 2025 für 42 Non-Profit-Organisationen Sendeplätze für Spots zur Verfügung, die der direkten humanitären Hilfe und Notlinderung dienen.
4.368 Radio-Spot-Sendeplätze wurden 2025 gratis zur Verfügung gestellt.

ÖSTERREICH HILFT ÖSTERREICH
35.751.507,84 Euro wurden seit Gründung der dritten ORF-Hilfsmarke (2020) gespendet.
Die Spenden kommen Projekten der beteiligten Organisationen – Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe – zugute. ÖSTERREICH HILFT ÖSTERREICH verbindet Bewusstseinsbildung für krisen- und katastrophenbedingte Problemlagen und wirksame Lösungswege mit der Bitte um Spenden, um die benötigte Hilfe möglich zu machen.
308.00 Euro davon entfielen auf die Aktion „Solidaritätsbeitrag Opernball 2025“

Licht ins Dunkel
455 Mio. Euro betragt die Gesamtsumme aller Spendeneingange von 1973 bis inkl. der Aktion 2024/25.
250.893 Euro erzielte die große „ORF Auktion für LICHT INS DUNKEL“ in Kooperation mit der Auktionsplattform Aurena.
5.562.382 Euro spielte das Ö3-Weihnachtswunder von 19.–24.12. ein.
540.000 Euro wurden mittels der Ö3-Wundertute gespendet.
142.496 Euro wurden bei der „ORF Sport am Sonntag“ für „Licht ins Dunkel“-Auktion am 14.12. ersteigert.
3,111 Millionen war der weiteste Seherkreis sämtlicher „Licht ins Dunkel“-Sendungen von 2025. Das sind 41 % der österreichischen TV-Bevölkerung
428.821 Euro wurden am „Licht ins Dunkel“-Musikwunschtag, 27.11., von Hörer:innen der ORF-Regionalradios gespendet.
15.530.151,55 Euro wurden im Rahmen des 53. Aktionsjahres von LICHT INS DUNKEL bis inklusive 24. Dezember gespendet.
3.154.076 Euro betrug das Spendenergebnis der „Licht ins Dunkel“-Gala am 14.11.
550.000 Euro erzielte die „Challenge für LICHT INS DUNKEL“. Drei prominent und inklusiv besetzte Teams in den Disziplinen Biken/Handbiken, Laufen und Rudern zwölf Stunden lang gegeneinander an.


Barrierefreiheit
3.860 Stunden Audiodeskription & Audiokommentar
1.089 Stunden in Österreichischer Gebärdensprache
30.570 Stunden Untertitelung


Initiativen zu Barrierefreiheit und Inklusion
ORF 2 bereits zu 95% untertitelt
Start der KI-Live-Untertitelung für ORF SPORT + und alle „Bundesland heute“-Sendungen
Schwerpunkt „Audiodeskription“ im Hauptabend von ORF 1 und ORF 2 vor allem für Filme und Serien
Politikmagazin „Report“ seit Mai 2025 mit Österreichischer Gebärdensprache
Verkehrssicherheitsserie „Helmi“ zum ersten Mal mit Audiodeskription für Kinder mit einer Sehbehinderung
Programmschwerpunkt „20 Jahre Anerkennung ÖGS“ rund um den 23. September in allen ORF-Medien
Inklusive Medienpraxis für Studierende mit Behinderung in verschiedenen Redaktionen im Sommer
Mehrere Auftritte von Teilnehmenden des Inklusiven Castings „Mach dich sichtbar“ in TV-Sendungen und TV-Produktionen
Ö3-Lehrlingsaktion „Ich will und ich kann arbeiten und ich verdiene eine Chance“ mit Philipp Hansa
„Ziemlich bestes Team“ in „Konkret“ und „ZIB Magazin“: Menschen mit Behinderung bei der Arbeitssuche
FM4-Wissenspodcast „Einfach erklärt“ in Zusammenarbeit mit der „Inklusiven Lehrredaktion“
Unternehmensdialog mit Zero Project zum Thema „Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen“ am ORF Mediencampus
Programmschwerpunkt rund um den „Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen“ am 5. Mai
Optimierung der Nachrichten in Einfacher Sprache in den Regionalradios durch Zusammenarbeit mit ORF III
Umfangreiches barrierefreies Angebot (z.B. Führungen in ÖGS) beim „Tag im ORF“ im November
Schwerpunkt zum Thema „Mental Health“ auf Ö3, Ö1 und ORF 2 anlässlich des Welttages der psychischen Gesundheit
Ö1-Podcast „Inklusion gehört gelebt“ wurde fortgesetzt
Ö1-Radiokolleg zum Thema Behinderung, umgesetzt von einem inklusiven Team

#verantwortung


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