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Inklusion: Wie kann man Inklusion und Zusammenhalt fördern?

Inklusion: Wie kann man Inklusion und Zusammenhalt fördern?

58% der Teilnehmer:innen an „ORF fragt“, einer Onlinebefragung mit knapp 80.000 Teilnahmen, machen sich Sorgen um den Zusammenhalt in der Gesellschaft. 49 % meinen, dass soziale Medien die Gesellschaft spalten, 59 %, dass Kinder möglichst lange davon ferngehalten werden sollten, und 72 %, dass die Menschen wieder öfter direkt miteinander sprechen sollten als so viel Zeit mit Social Media zu verbringen.

Gleichzeitig ist die „Integrationsfunktion“ eine der zentralen Funktionen von Medien: Sie sorgen dafür, dass man sich als Teil einer größeren Gesellschaft fühlt. Im Zusammenhang mit Multiethnizität hat sich das ORF-Magazin „betrifft uns – Reportagen ohne Filter“ das wechselseitige Verständnis, das zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen kann, zum Ziel gemacht. Ajda Sticker, preisgekrönte ORF-Journalistin, meint dazu: „„betrifft: uns – Reportagen ohne Filter“ ist als Nachfolgeformat für die Sendung „Heimat fremde Heimat“ entstanden und hat den Anspruch, dass wir die Themen eines multiethnischen Zusammenlebens in eine moderne Zeit bringen. In Österreich leben ja viele Menschen mit diversen Migrationshintergründen. Und wir wollen die Chancen, aber auch die Herausforderungen dieses multiethnischen Zusammenlebens in Österreich zeigen, indem wir in die Communitys gehen, indem wir uns auch dem widmen, was der Urösterreicher, die Urösterreicherin für Sorgen hat und versuchen, das in einer 30-minütigen Reportage zusammenzubinden. Unser Anspruch ist es, auch die Herausforderungen zu zeigen, auch die Probleme, die eine Migrationsgesellschaft mit sich bringt. Ich glaube aber tatsächlich, dass der Großteil der Menschen, die kommen oder gekommen sind, sozusagen nicht das Problem sind. Und dass wir auch den Fokus darauf legen sollen, unaufgeregt, journalistisch korrekt, respektvoll, wie viele verschiedene Menschen in unserem Land leben. Wir sind für Kritik offen und wir arbeiten daran. Was wir schon merken, wenn wir unsere Reportagen machen, ist, dass der ORF in manchen Communitys eigentlich nicht genutzt wird. Wo der ORF noch ein bisschen nachhelfen könnte, ist, dass man junge Menschen mit Migrationshintergrund fördert und die auch im ORF sichtbar macht, auch als Journalistinnen und Journalisten, denn ich glaube, es gibt viel Potenzial in unserer Gesellschaft.„

Auch die Wissenschaft formuliert Zusammenhalt als öffentlich-rechtliche Aufgabe, so Flavia Barca in „PUBLIC VALUE TEXTE 29“: "Bei der sozialen Wirkung der Medien geht es auch entscheidend um die Bekämpfung von Fragmentierungsprozessen und die Forderung von Instrumenten zur Aushandlung von Bedeutung (Barca 2023). Die Aufgabe, Generationen und geschlossene Blasen zu verbinden und die Koexistenz von Identität und Vielfalt zu fordern, ist dringlich und markiert eine gleiche und entgegengesetzte Richtung zu der, in die sich kommerzielle Plattformen bewegen. Öffentlich- rechtliche Medien können ein wettbewerbsfähiger Raum werden, in dem verschiedene soziale und kulturelle Werte miteinander in Dialog treten, ein Raum der Verhandlung.“

Auch Jürgen Betz und Erika Bock-Rosenthal vom „Initiativkreis öffentlich-rechtlicher Rundfunk“ halten es in ihrem Beitrag zur selben Publikation für eine wesentliche Aufgabe, „den Auftrag zur Integration erfüllen, d.h. das Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft durch eine Kultur des Verstehens und der Verständigung und des Diskurses zu befördern.“


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Integration als Public Value-Kategorie

Die Kategorie "Integration" dokumentiert die ORF-Leistung u.a. in Bezug auf Volksgruppen, Migration und Globalisierung. Die Kategorie gründet u.a. auf folgenden Passagen aus ORF-Regulativen:

ORF-Gesetz

§ 4. (5a) Im Rahmen der gemäß § 3 verbreiteten Programme sind angemessene Anteile in den Volksgruppensprachen jener Volksgruppen, für die ein Volksgruppenbeirat besteht, zu erstellen.

§ 10. (3) Das Gesamtangebot hat sich um Qualität, Innovation, Integration, Gleichberechtigung und Verständigung zu bemühen. ORF-Programmrichtlinien Die Angebote des ORF haben zum Abbau von Vorurteilen, insbesondere aufgrund von Herkunft, Geschlecht, Alter, Behinderung, Religion, Nationalität, politischer Gesinnung, Homosexualität, ethnischer, kultureller und sozialer Zugehörigkeit, beizutragen.


ORF-Qualitätsprofil

Unterhaltungsangebote sollen Österreicherinnen und Österreicher ansprechen, aber auch alle Menschen, die in Österreich leben. In diesem Sinne soll Unterhaltung auch Aspekte von Migration, der Multikulturalität und gesellschaftlicher Inklusion bei der Auswahl, Produktion und Gestaltung von Unterhaltungsformaten berücksichtigen und so zur Vermittlung eines authentischen und zeitgemäßen Österreichbildes beitragen.


Zahlen & Daten

Im Folgenden finden Sie beispielhafte Zahlen, die die Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags bzw. die damit verbundene Medienqualität dokumentieren. Weitere Informationen können Sie dem Jahresbericht des ORF an Bundeskanzler und Regulierungsbehörde, dem Transparenzbericht, dem Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht sowie den Berichten zur Gleichstellung (ORF Public Value - DOKUMENTE), dem Aktionsplan zu Barrierefreiheit oder dem Jahres- und Konzernabschluss des ORF entnehmen.


Beispielhafte Zahlen


Inklusion im TV

Themen Migration & Diversität im ORF-Archiv

Asyl 648x
Feminismus 82x
Flucht 753x
Gleichberechtigung 128x
Inklusion 322x
LGBTQIA+ 116x
Mental Health / Psychische Gesundheit 184x
Rassismus 186x



"betrifft:uns" - Reportagen ohne Filter - Top 3 | 44x ausgestrahlt

Inhalt Sender Datum Tsd.
Abschiebung - Wer darf bleiben, wer muss gehen? ORF 2 29.03. 167
Hat der Reumannplatz seinen schlechten Ruf wirklich verdient? ORF 2 17.05. 152
Christkindlmärkte: Wer sind die Menschen hinter dem Weihnachtszauber? ORF 2 06.02. 149



Sag's Multi - Mehrsprachiger Redewettbewerb für Schüler:innen

384
Teilnehmer:innen in der Vorrunde
77,34%
Teilnehmer:innen
191
der Teilnehmer:innen haben Deutsch als Erstsprache
193
der Teilnehmer:innen haben Deutsch als Fremdsprache
6 Themen
Zusammenhalt in Vielfalt – Was uns stark macht
Zwischen Fake und Wahrheit – Wem können wir glauben?
Gerechtigkeit – Ein großes Wort, viele Bedeutungen
Zukunft Europa – Reden. Handeln. Mitgestalten.
Meine Generation – Hoffnungsträger:innen oder Sorgenkinder?
Online. Offline. Echt?
38 Sprachen

#inklusion



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